Neurochirurgische Operationsmikroskope
Neurochirurgische Operationsmikroskope werden für die Arbeit in einem tiefen, engen Operationsfeld konfiguriert. Dabei sind Detailerkennbarkeit, stabile Positionierung und die Anpassung der Beobachtungswege von Operateur und Assistenz von Bedeutung. Die tatsächlichen Möglichkeiten des Geräts hängen von der Kombination aus Mikroskopkopf, Tragsystem und Ausstattung ab. Die aktuell vorgestellten Geräte finden Sie in der Liste unten; ihre Konfigurationen sind auf den jeweiligen Produktseiten beschrieben.
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Wo werden neurochirurgische Operationsmikroskope eingesetzt?
In der Neurochirurgie werden Operationsmikroskope unter anderem bei der Mikrochirurgie von Hirn- und Schädelbasistumoren, bei Gefäßeingriffen — Aneurysma-Clipping, Präparation arteriovenöser Malformationen und Anlage zerebraler Bypässe — sowie bei Operationen an Hirnnerven und weiteren Eingriffen über tiefe Zugänge eingesetzt. Je nach Operationsphase wechselt der Operateur von einem größeren Bildausschnitt zur Orientierung im Zugang zu einer höheren Vergrößerung für die Mikropräparation, die Arbeit an kleinen Gefäßen, das Setzen eines Clips oder die Anlage einer Anastomose.
Bei Tumoroperationen liefert das Mikroskop ein vergrößertes Bild der Anatomie und der Beziehungen zwischen der Läsion, den Gefäßen, Nerven und dem umliegenden Gewebe. Funktionelles Mapping, Neuromonitoring und Neuronavigation können zusätzliche Informationen zur Gewebefunktion und zur Lage des Operationsfelds in Bezug auf die Bilddaten liefern. Bei ausgewählten Verfahren und Konfigurationen können auch Fluoreszenz oder intraoperative Bildgebung hinzukommen. Diese Methoden beantworten unterschiedliche Fragen: Die Neuronavigation setzt die Position in Bezug zu den Bilddaten, während die Fluoreszenz das Signal eines bestimmten Markers zeigt.
Welche Ausstattung benötigt wird, hängt vor allem von den durchgeführten Eingriffen und der Arbeitsweise des Teams ab. In einer Einrichtung können eine Ansicht für Assistenten mit erweiterten Möglichkeiten sowie Videoaufzeichnung im Vordergrund stehen, in einer anderen die Integration mit der Navigation oder ausgewählten Fluoreszenzmodulen. Die Auswahl sollte daher mit der Festlegung der benötigten Funktionen und ihrer Nutzung während der Eingriffe beginnen.
Eingriffe an der Wirbelsäule stellen eigene Anforderungen an die Positionierung des Mikroskops über dem Tisch, die Armausladung und den Platz für Instrumente. Deshalb behandeln wir sie gesondert auf der Seite über Mikroskope für die Wirbelsäulenchirurgie. Soll ein System mehrere Fachgebiete abdecken, bilden multidisziplinäre Operationsmikroskope den Ausgangspunkt für einen Vergleich.
Worauf kommt es bei der Auswahl eines Mikroskops für die Neurochirurgie an?
Optik und Ausleuchtung eines tiefen Operationsfelds
Bei der Arbeit in einem tiefen, engen Zugang sind Detailerkennbarkeit und Bildkontrast, stereoskopisches Sehen sowie eine gleichmäßige Ausleuchtung beim benötigten Arbeitsabstand von Bedeutung. Der nutzbare Vergrößerungsbereich sollte einen zügigen Wechsel von der Orientierung im größeren Sichtfeld zur Beobachtung von Details ermöglichen. Mit zunehmender Vergrößerung ändern sich Sichtfeld, Schärfentiefe und Bildhelligkeit. Diese Eigenschaften müssen deshalb gemeinsam beurteilt werden. Ein eigenes Kriterium ist die Art der Fokussierung, einschließlich ihres Verstellbereichs und der Gleichmäßigkeit der Scharfstellung.
Die Beobachtungsbedingungen werden vom gesamten optischen Strahlengang beeinflusst: vom Objektiv, Zoomsystem, den Okularen, dem Tubus und der Lichtzuführung zum Mikroskopkopf. Bei Systemen mit integrierter Kamera oder Ansicht für Assistenten ist auch zu berücksichtigen, wie das Bild für die Assistenz und auf den Monitoren dargestellt wird. Die Beurteilung sollte daher sowohl das Bild in den Okularen des Operateurs als auch seine Verfügbarkeit und Qualität in den weiteren vom Team genutzten Beobachtungswegen umfassen.
Positionierung, Reichweite und Bewegungsfreiheit
Die Armausladung und die Gelenkgeometrie bestimmen, von welchen Seiten des Tisches der Mikroskopkopf eingebracht werden kann und wie leicht sich der Beobachtungswinkel ändern lässt, ohne die Basis zu versetzen. Die Bewegung sollte im gesamten genutzten Bereich gleichmäßig und vorhersehbar sein. Nach dem Arretieren muss das System die gewählte Position ohne Abdriften halten. Bei der Beurteilung sollte auch der Platz für Operateur, Assistenz, Monitore und weitere Geräte rund um den Tisch berücksichtigt werden.
Das Ausbalancieren bestimmt das neutrale Verhalten von Armen und Mikroskopkopf nach dem Lösen der Bremsen. Ein gut ausbalanciertes System lässt sich mit geringem Kraftaufwand führen, ohne selbstständig abzusinken, sich anzuheben oder zu drehen. Das erleichtert die präzise Neupositionierung entlang der jeweiligen Beobachtungsachsen. Bei manuellen Lösungen stellt das Personal die Balance der einzelnen Achsen ein. Unterstützte und automatische Systeme verkürzen diesen Vorgang und können die komplette Gerätekonfiguration ausgleichen. Beim Vergleich sollte geprüft werden, welche Achsen der Mechanismus erfasst und wie nach einer Änderung der Konfiguration erneut ausbalanciert wird.
Arbeit von Operateur und Assistenz sowie Bedienung
Ein verstellbarer Tubus ermöglicht es, Beobachtungshöhe und -winkel an die Position des Operateurs anzupassen. Je nach System kann die Assistenz seitlich, dem Operateur gegenüber in einer Face-to-Face-Anordnung oder mit dem Bild auf einem Monitor arbeiten. Bei der Auswahl muss zwischen einem optischen Beobachtungsweg für die Assistenz, der ein stereoskopisches Bild liefern kann, und der Videobetrachtung unterschieden werden. Außerdem ist der Verstellbereich jedes Beobachtungsplatzes zu prüfen.
Steuerhandgriffe, Fußschalter und — bei ausgewählten Systemen — eine Mundsteuerung verteilen die Bedienung der Mikroskopfunktionen auf verschiedene Schnittstellen. Die Bremsen werden über die Steuerhandgriffe und in manchen Konfigurationen auch über eine zusätzliche Taste für die Assistenz gelöst. Der Fußschalter kann unter anderem zur Vergrößerungsänderung, Fokussierung, Beleuchtungsregelung oder Steuerung des XY-Systems dienen. Beim Vergleich ist zu prüfen, welche Funktionen der jeweiligen Bedienschnittstelle in der konkreten Konfiguration zugeordnet sind.
Bildgebung und Integration bei ausgewählten Konfigurationen
Neurochirurgische Systeme können den optischen Strahlengang mit Videobildern, Navigation, Fluoreszenz und Bildaufzeichnung verbinden. Manche Lösungen sind in das Gerät integriert, andere erfordern bestimmte Module, Schnittstellen, Kameras oder Software. Beim Vergleich von Konfigurationen ist daher festzustellen, welche Funktionen tatsächlich aktiv sind, mit welchen Komponenten sie zusammenarbeiten und in welchem Umfang sie genutzt werden können.
| Bereich | Bedeutung für die Auswahl | Was am konkreten System zu prüfen ist |
|---|---|---|
| Ansicht für Assistenten und Videobild | Ermöglicht die Beobachtung durch die Assistenz und die Bildübertragung auf Monitore. | Beobachtungsart der Assistenz, Kamera- und Monitortypen sowie verfügbare Videoausgänge. |
| Navigation, Bildeinspiegelung und endoskopische Bilder | Ermöglicht bei entsprechend ausgestatteten Systemen die Darstellung von Navigationsdaten oder anderen Bildquellen in den Okularen oder auf einem Monitor. | Art der Schnittstelle, Kompatibilität mit der Datenquelle, Bilddarstellung und erforderliche Software. |
| Fluoreszenz | Ermöglicht die Nutzung des Bildgebungsmodus des jeweiligen Fluoreszenzmoduls. | Art des Moduls und der Filter, Kamera, Software sowie der vom Hersteller vorgesehene Anwendungsbereich. |
| Bildaufzeichnung und Dokumentation | Ermöglicht das Speichern von Fotos oder Videoaufnahmen des Geräts. | Auflösung, Dateiformate, Speicherverfahren, Anschlüsse und Möglichkeiten des Datenexports. |
Ausgewählte Modelle neurochirurgischer Operationsmikroskope
Zu den neurochirurgischen Systemen gehören sowohl klassische optische Plattformen, die mit unterschiedlichen Stativen kombiniert werden, als auch integrierte Geräte mit Bildgebung, Bildaufzeichnung und Navigation. Die folgenden Modelle stehen für diese unterschiedlichen Konstruktionen und Gerätegenerationen. Jede Beschreibung beschränkt sich auf Eigenschaften, die für die jeweilige Familie oder die genannte Variante bestätigt sind.
- ZEISS OPMI Vario — ein System mit apochromatischer Optik sowie motorisierter Vergrößerungsänderung und Fokussierung, das unter anderem in der Neurochirurgie eingesetzt wird. Es wurde mit den Stativen S8, S81 und S88 angeboten, die sich in der Konstruktion des Tragsystems, der Beleuchtung und dem Ausstattungsumfang unterscheiden.
- Leica M525 — eine Familie neurochirurgischer und multidisziplinärer Systeme auf Basis eines Mikroskopkopfs mit dem optischen System OptiChrome sowie motorisierter Verstellung von Vergrößerung und Arbeitsabstand. Die Varianten F20, F40, F50 und OH4 unterscheiden sich hinsichtlich Tragsystem, Lichtquelle und Integrationsumfang; Fluoreszenzmodule und Bildeinspiegelung betreffen ausschließlich ausgewählte Konfigurationen.
- Leica M520 — ein in der Neurochirurgie eingesetztes Operationsmikroskop mit dem optischen System OptiChrome, motorisiertem 1:6-Zoom und einem verstellbaren Arbeitsabstand von 207–470 mm. Art des Ausbalancierens und der Positionierung, Beleuchtung sowie Verfügbarkeit einer Ansicht für Assistenten und von Bildintegrationsmodulen hängen vom Tragsystem und der vollständigen Konfiguration ab.
- ZEISS OPMI Vario 700 — ein multidisziplinäres System mit apochromatischer Optik und einem Arbeitsabstand von 200–500 mm, mit dem sich der Raum zwischen Mikroskopkopf und Operationsfeld anpassen lässt. Ausgewählte Konfigurationen können SpeedFocus, AutoBalance, ein XY-System, HD-Bildgebung und eine Navigationsschnittstelle umfassen.
- Möller-Wedel Hi-R 1000 — ein System mit apochromatischer Optik, dessen bestätigter Verwendungszweck die Neurochirurgie einschließt. In der dokumentierten Konfiguration 20-1000 mit dem Stativ FS4-20 kommen PermaBalance, SensoServo und ein modulares System für die Ansicht für Assistenten zum Einsatz. Diese Lösungen beziehen sich auf dieses Set und nicht auf jede Version des Hi-R 1000.
- ZEISS OPMI Pentero — ein integriertes neurochirurgisches System mit automatischer Ausbalancierung, einem Videosystem und der Funktion MultiVision zur Darstellung zusätzlicher Daten. In ausgewählten Konfigurationen konnte das System mit den Modulen IR800, FLOW800 oder BLUE 400 ausgestattet werden.
Modelle dieser Marken stellen wir auch auf den Herstellerseiten vor: ZEISS Mikroskope, Leica Mikroskope und Haag-Streit / Möller-Wedel Mikroskope.
Kauf eines neurochirurgischen Operationsmikroskops
Wovon hängt der Preis eines neurochirurgischen Operationsmikroskops ab?
Der Preis eines neurochirurgischen Operationsmikroskops hängt vor allem vom Modell und der Systemgeneration, der Konstruktion des Tragsystems sowie dem Umfang der integrierten Funktionen ab. Von Bedeutung sind außerdem die Konfiguration des optischen Strahlengangs und der Ansicht für Assistenten, die Lichtquelle, Kamera, Monitore, Navigations- oder Fluoreszenzmodule sowie weitere Zubehörteile.
Beim Vergleich von Angeboten empfiehlt es sich, vollständige Systeme einschließlich Stativ, Ansicht für Assistenten, Videoausstattung und Integrationsmodulen gegenüberzustellen. Die Mikroskope in der Liste werden in den auf ihren Produktseiten beschriebenen Konfigurationen angeboten; Preise sind auf Anfrage erhältlich. Für ein Modell, das derzeit nicht auf der Website zu sehen ist, können Sie sich an Medical Elektro wenden.
Generalüberholte neurochirurgische Operationsmikroskope bei Medical Elektro
Die Beurteilung eines gebrauchten neurochirurgischen Systems sollte die Qualität des optischen Strahlengangs und der Beleuchtung, die Gleichmäßigkeit der Bewegung in allen Achsen sowie die Funktion der Bremsen und des Balanciermechanismus umfassen. Motorisierte Funktionen, die Ansicht für Assistenten, Kamera, Monitore und installierte Bildgebungsmodule erfordern eine gesonderte Prüfung. Der Prüfumfang ist auf die Ausstattung des konkreten Geräts abzustimmen.
Bei Medical Elektro bieten wir generalüberholte Operationsmikroskope an. Die erforderlichen Arbeiten hängen vom Zustand und der Konfiguration des jeweiligen Geräts ab. Jedes angebotene Gerät hat eigene Fotos und eine technische Beschreibung, die seine tatsächliche Konfiguration zeigen. Die einzelnen Vorbereitungsschritte stellen wir auf der Seite über den Prozess der Generalüberholung von Operationsmikroskopen vor. Für die angebotenen Geräte gilt eine 12-monatige Garantie.
Die Konfigurationen der angebotenen Geräte sind in der Produktliste oben dargestellt. Um den Preis eines ausgewählten Mikroskops zu erfahren oder nach einem Modell zu fragen, das derzeit nicht auf der Website zu sehen ist, kontaktieren Sie Medical Elektro.
Verkaufte neurochirurgische Operationsmikroskope

