Multidisziplinäre Operationsmikroskope

Multidisziplinäre Operationsmikroskope sind für den Einsatz in mehr als einem Fachgebiet vorgesehen. Ihr tatsächlicher Anwendungsbereich hängt jedoch von der vollständigen Konfiguration aus Kopf, Tragsystem und Ausstattung ab. In dieser Kategorie stellen wir Modelle vor, die unter anderem in der Neurochirurgie, Wirbelsäulenchirurgie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO) sowie plastischen und rekonstruktiven Chirurgie eingesetzt werden. Aktuell verfügbare Geräte finden Sie in der Liste unten; Einzelheiten zu jedem Gerät stehen auf seiner Produktseite.

Wann ist ein multidisziplinäres Operationsmikroskop die richtige Wahl?

Der Begriff „multidisziplinäres Operationsmikroskop“ bezeichnet ein System, dessen bestätigte Konfigurationen den Anforderungen von mehr als einem Fachgebiet entsprechen können. Er bedeutet jedoch nicht, dass sich das Gerät für jeden Eingriff eignet. Der Anwendungsbereich muss für die Kombination aus optischem Kopf, Tragsystem und Ausstattung bestimmt und anschließend mit den in der jeweiligen Einrichtung durchgeführten Verfahren abgeglichen werden.

Die einzelnen Modelle und Konfigurationen bieten nicht denselben Funktionsumfang. Bei der Auswahl eines multidisziplinären Operationsmikroskops sollten daher nicht nur die Modellbezeichnung, sondern auch Stativ, Beobachtungsstrahlengang, Beleuchtung, Steuerung und Ausstattung des jeweiligen Geräts verglichen werden.

Am praktikabelsten lässt sich ein gemeinsam genutztes System beurteilen, indem die geplanten Eingriffsgruppen den Anforderungen an Optik, Arbeitsabstand, Positionierung, Beobachtung durch den Assistenten und Ausstattung gegenübergestellt werden. Ein tiefes Operationsfeld in der Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie, Änderungen der Blickrichtung in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO) und ein oberflächennahes Operationsfeld in der rekonstruktiven Mikrochirurgie stellen unterschiedliche Anforderungen an das Mikroskop. Werden beim Wechsel zwischen den Fachgebieten Binokulartubus, Strahlenteiler, Kamera oder andere Komponenten am Kopf ausgetauscht, müssen Ausbalancierung, Bewegungsumfang und Steuerungsfunktionen erneut geprüft werden. Erst dieser Vergleich zeigt, ob eine Konfiguration den geplanten Arbeitsumfang abdecken kann oder ob unterschiedliche Ausstattungsvarianten erforderlich sind.

Anwendungen multidisziplinärer Operationsmikroskope

Multidisziplinäre Modelle können bestätigte Anwendungen in der Neurochirurgie, Wirbelsäulenchirurgie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO) sowie plastischen und rekonstruktiven Chirurgie haben. Das bedeutet nicht, dass jedes Modell oder jede Variante alle vier Fachgebiete abdeckt. Je nach Anwendung gewinnen andere Bestandteile der vollständigen Konfiguration besondere Bedeutung. Daher muss der Einsatzbereich für das konkrete Modell und Gerät geprüft werden.

Bedeutung der Komponenten einer Mikroskopkonfiguration in den einzelnen Fachgebieten
FachgebietWas im jeweiligen Fachgebiet wichtig ist
Neurochirurgische MikroskopeDetaildarstellung im tiefen Operationsfeld, stabile und präzise Positionierung des Kopfes sowie Beobachtungskomfort für Operateur und Assistent. In ausgewählten Konfigurationen kann auch die Integration mit einem Navigationssystem von Bedeutung sein.
Mikroskope für die WirbelsäulenchirurgieArmausladung, Arbeitsabstandsbereich und freie Positionierung des Mikroskops über dem Tisch sowie die Möglichkeit, dass Operateur und Assistent in unterschiedlichen Positionen bequem arbeiten können.
Mikroskope für die Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO)Zügiges Neupositionieren des Mikroskops bei Änderung der Blickrichtung, ein kompakter Kopf und die Möglichkeit, die Position des Operateurs an unterschiedliche Verfahren anzupassen. Bei ausgewählten Anwendungen ist die Kompatibilität mit einem Laser-Mikromanipulator wichtig.
Mikroskope für die plastische und rekonstruktive ChirurgieDetaildarstellung bei höheren Vergrößerungen, präzise Korrekturen der Kopfposition sowie die Möglichkeit, Operateur und Assistent einander gegenüber zu positionieren.

Wie beeinflusst die Konfiguration den Anwendungsbereich?

Optik, Vergrößerung und Arbeitsabstand

Bei der Beurteilung der Optik sind Bildauflösung, Bildkontrast, stereoskopische Darstellung und Schärfentiefe ebenso wichtig wie der nutzbare Vergrößerungsbereich und die Art der Fokussierung. Auch der Arbeitsabstand ist relevant: Er bestimmt den Raum zwischen Kopf und Operationsfeld. Die maximale Vergrößerung allein beschreibt somit weder die Bildqualität noch die Positionierungsmöglichkeiten des vollständigen Systems.

Die Beobachtungsbedingungen hängen von allen Komponenten des optischen Strahlengangs ab: Objektiv, Zoomsystem, Okularen und Binokulartubus. Ist das System mit einem Strahlenteiler, einer Kamera oder einer Ansicht für Assistenten ausgestattet, spielt auch die Einbindung dieser Elemente in den Strahlengang eine Rolle. Die Möglichkeiten des Geräts müssen daher anhand seiner vollständigen optischen Konfiguration beurteilt werden.

Tragsystem, Reichweite und Ausbalancieren

Das Tragsystem kann als mobiles Bodenstativ oder als Deckeninstallation ausgeführt sein. Bei einem System für mehrere Fachgebiete sind Armausladung, Bewegungsumfang der Gelenke, Stabilität nach der Positionierung sowie der zum Bewegen der Basis um den Tisch benötigte Platz wichtig. Beispiele für umfangreiche Systeme auf einem mobilen Bodenstativ sind Leica M525 OH4 und ZEISS OPMI Pentero. Beim OH4-System ermöglicht die große Armausladung die Positionierung des Kopfes hinter dem Operateur, rund um den Tisch oder auf dessen gegenüberliegender Seite.

Das Ausbalanciersystem kann eine manuelle Einstellung erfordern, diese halbautomatisch unterstützen oder automatisch ausführen. Bei einem manuellen System wird das Gleichgewicht mechanisch eingestellt, während eine halbautomatische Lösung nur ausgewählte Achsen oder Schritte dieses Vorgangs unterstützt. Die am weitesten entwickelte Option ist AutoBalance. Diese Funktion automatisiert das Ausbalancieren in dem für das jeweilige System vorgesehenen Umfang und ist unter anderem bei Leica M525 OH4 und ZEISS OPMI Pentero vorhanden. Nach dem Wechsel von Binokulartubus, Strahlenteiler, Kamera oder anderen am Kopf montierten Komponenten muss die Ausbalancierung der vollständigen Konfiguration erneut geprüft werden.

Beobachtung durch den Assistenten, Beleuchtung und Ausstattung

Bei einem Mikroskop für mehrere Fachgebiete ist es wichtig, die Beobachtungsanordnung an den Verlauf des Eingriffs anpassen zu können. Der Assistent kann seitlich neben dem Operateur, ihm in einer Face-to-Face-Anordnung gegenüber oder über einen separaten Beobachtungsstrahlengang arbeiten. Welche dieser Anordnungen möglich sind, hängt vom Binokulartubus, Strahlenteiler und den übrigen Komponenten des Beobachtungsstrahlengangs des jeweiligen Systems ab.

Bei vielen Operationsmikroskopen dieser Klasse ist eine im Stativ angeordnete Xenon-Lichtquelle die Standardlösung. Das Licht wird über einen Lichtleiter zum Kopf geführt und anschließend koaxial auf das Operationsfeld gerichtet. Je nach System kommen Xenon-Lampen mit 180 oder 300 W und in ausgewählten Konfigurationen auch mit 400 W zum Einsatz. Daneben gibt es Halogenlichtquellen, teilweise als Notbeleuchtung, sowie neuere LED-Lösungen. Die Lampenleistung allein bestimmt jedoch nicht die letztlichen Beobachtungsbedingungen. Auch die Effizienz des Lichtleiterwegs, die Einstellung von Beleuchtungsintensität und Felddurchmesser, der Arbeitsabstand sowie der Farbwiedergabeindex (CRI) beeinflussen diese Bedingungen. Die Lichtquelle sollte daher zusammen mit dem optischen System beurteilt werden.

Die Ausstattung kann das System um Funktionen erweitern, die in einzelnen Fachgebieten benötigt werden. Je nach Modell und Variante können dazu unter anderem ein XY-System, Autofokus, eine Kamera und Bildaufzeichnung, ein Monitor, eine Navigationsanbindung oder eine Schnittstelle für einen Laser-Mikromanipulator gehören. Einige dieser Elemente sind in das Gerät integriert, andere werden als Zusatzausstattung angeboten. Ihr Vorhandensein und ihre Kompatibilität müssen daher für die konkrete Konfiguration bestätigt werden.

Ausgewählte multidisziplinäre Modelle

Die Modelle unterscheiden sich nicht nur durch den Aufbau des optischen Kopfes, sondern auch durch die verfügbaren Tragsysteme, die Lichtquelle, die Steuerung und den Ausstattungsumfang. Die folgenden Geräte haben bestätigte Anwendungen in mehr als einem Fachgebiet. Ihre genauen Möglichkeiten müssen jedoch der angegebenen Variante und Konfiguration zugeordnet werden:

  • ZEISS OPMI Vario — wird in der Neurochirurgie, Wirbelsäulenchirurgie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO) sowie plastischen und rekonstruktiven Chirurgie eingesetzt.
  • Leica M525 — wird in der Neurochirurgie, Wirbelsäulenchirurgie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO) sowie plastischen und rekonstruktiven Chirurgie eingesetzt. Der genaue Anwendungs- und Ausstattungsumfang hängt von der Systemkonfiguration ab.
  • ZEISS OPMI Vario 700 — wird in der Neurochirurgie, Wirbelsäulenchirurgie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO) sowie plastischen und rekonstruktiven Chirurgie eingesetzt.
  • ZEISS OPMI Pentero — wird in der kranialen und spinalen Neurochirurgie, bei ausgewählten HNO-Eingriffen, in der rekonstruktiven und plastischen Chirurgie sowie in weiteren Bereichen der Mikrochirurgie eingesetzt.
  • Möller-Wedel Hi-R 1000 — wird in der Neurochirurgie, Wirbelsäulenchirurgie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO), plastischen und rekonstruktiven Chirurgie sowie orthopädischen Chirurgie eingesetzt.
  • Leica M520 — wird bei Eingriffen am Kopf, an der Wirbelsäule und in anderen Körperregionen eingesetzt. Seine genauen Möglichkeiten hängen von der Variante und dem Tragsystem ab.
  • ZEISS OPMI Pro Magis — wird unter anderem in der Neurochirurgie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO), plastischen und rekonstruktiven Chirurgie sowie in anderen Bereichen der Mikrochirurgie eingesetzt.

Weitere Informationen zu den Marken und ihren Modellen finden Sie auf den Markenseiten der Website von Medical Elektro: ZEISS, Leica und Haag-Streit / Möller-Wedel.

Wovon hängt der Preis eines multidisziplinären Operationsmikroskops ab?

Der Preis eines multidisziplinären Operationsmikroskops hängt vom Kopfmodell, Stativtyp, der optischen Konfiguration, Lichtquelle, Steuerung sowie der Ausstattung für Bildgebung und Bildaufzeichnung ab. Bei gebrauchten und generalüberholten Geräten ergeben sich Preisunterschiede außerdem aus der Systemgeneration, dem Integrationsumfang sowie der Anzahl und Art des mitgelieferten Zubehörs.

Deshalb können zwei Mikroskope mit derselben Modellbezeichnung unterschiedliche Preise und Anwendungsbereiche haben. Der Vergleich sollte das vollständige System und die in der jeweiligen Einrichtung benötigte Ausstattung umfassen. Den Verfügbarkeitsstatus zeigen wir auf der Produktseite des konkreten Geräts. Für Preisinformationen kontaktieren Sie uns bitte.

Ein generalüberholtes multidisziplinäres Operationsmikroskop von Medical Elektro

Bei der Auswahl eines gebrauchten multidisziplinären Operationsmikroskops muss geprüft werden, ob Kopf, Stativ und Zubehör ein stimmiges System bilden. Wichtig sind Leichtgängigkeit und Bewegungsumfang, die Ausbalancierung der vollständigen Konfiguration, der Zustand des optischen Strahlengangs und der Beleuchtung, die Funktion der Steuerung sowie das Vorhandensein der für die geplanten Anwendungen erforderlichen Ausstattung.

Bei Medical Elektro bieten wir generalüberholte Operationsmikroskope an. Der Arbeitsumfang hängt vom Zustand und der Konfiguration des jeweiligen Geräts ab. Jedes Produkt hat eigene Fotos und eine technische Beschreibung, die sich auf das konkrete Gerät beziehen. Damit lässt sich seine Konfiguration prüfen und mit anderen Geräten vergleichen. Die einzelnen Schritte der Gerätevorbereitung erläutern wir auf der Seite zum Prozess der Generalüberholung von Operationsmikroskopen. Auf jedes angebotene Mikroskop gewähren wir 12 Monate Garantie.

Die aktuell vorgestellten Geräte finden Sie in der Produktliste oben. Wenn Sie Unterstützung beim Vergleich eines konkreten Modells, Stativs und der Ausstattung benötigen, kontaktieren Sie Medical Elektro.