HNO-Mikroskope

Mikroskope für die HNO (Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde) kommen sowohl in der Praxis und im ambulanten Bereich als auch bei Eingriffen im OP zum Einsatz. Bei der Auswahl sind Optik und Beleuchtung, Positionierung, Arbeitsabstand und die Konfiguration des Beobachtungsstrahlengangs von Bedeutung. Jeder dieser Aspekte ist im Rahmen der vollständigen Kombination aus Mikroskopkopf, Stativ und Ausstattung zu beurteilen. Die nachfolgend vorgestellten Geräte unterscheiden sich in Konstruktion und Konfiguration; Einzelheiten zu jedem Gerät finden Sie auf der jeweiligen Produktseite.

Wo werden HNO-Mikroskope eingesetzt?

In der Otologie werden Operationsmikroskope unter anderem bei Tympanoplastik und Ossikuloplastik, in der Steigbügelchirurgie, bei Cholesteatomoperationen und Mastoidektomie sowie bei der Cochlea-Implantation eingesetzt. Je nach Phase des Eingriffs werden unter anderem das Trommelfell, die Gehörknöchelchenkette und Strukturen des Mittelohrs betrachtet. Im Arbeitsfeld muss zugleich Platz für Ohrtrichter, Sauger, Bohrer und weitere Instrumente bleiben. Deshalb sind eine veränderbare Beobachtungsachse, ein geeigneter Arbeitsabstand und eine stabile Positionierung des Mikroskops von Bedeutung.

In der Mikrolaryngoskopie werden Operationsmikroskope unter anderem für Biopsien, die Entfernung von Läsionen, Injektionen und die transorale Lasermikrochirurgie (TLM) eingesetzt. Die Beobachtungsachse ergibt sich aus der Position von Mikroskop, Laryngoskop und Operationsfeld. Unter dem Objektiv muss Platz für lange Instrumente, einen Sauger und — bei entsprechender Systemkonfiguration — einen Laser-Mikromanipulator vorhanden sein. Bei diesen Verfahren sind daher neben Optik und Vergrößerungsbereich auch der Arbeitsabstand, die geeignete Ausrichtung des Mikroskops und die Kompatibilität der Systemkomponenten von Bedeutung.

Außer in der Otologie und Mikrolaryngoskopie werden HNO-Mikroskope auch bei ausgewählten Eingriffen an Nase und Nebenhöhlen sowie für die Diagnostik und kleinere Eingriffe in der Praxis oder im ambulanten Bereich eingesetzt.

Das stereoskopische Bild ermöglicht dem Operateur, die räumliche Tiefe des Feldes einzuschätzen. Bei der Arbeit am Mikroskop bleiben beide Hände für die Instrumentenführung frei. Bei manchen Verfahren kann das mikroskopische Bild durch ein Endoskop ergänzt werden, insbesondere wenn Einblick in Nischen benötigt wird, die entlang der direkten optischen Achse schwer zu sehen sind. Eingriffe an der Schädelbasis sind dagegen nach ihrem Hauptgebiet zu unterscheiden: Verfahren mit neurochirurgischem Schwerpunkt behandeln wir in der Kategorie Neurochirurgiemikroskope.

Worauf kommt es bei der Auswahl eines HNO-Mikroskops an?

Bei der Auswahl sind drei zusammenhängende Bereiche zu berücksichtigen: Bildparameter, Positionierung des Geräts sowie die Konfiguration der Steuerung und des Beobachtungsstrahlengangs.

Optik, Beleuchtung und Arbeitsabstand

Bei der Beurteilung der Optik sind Vergrößerungsbereich, Sichtfeld, Lichtquelle und Arbeitsabstand von Bedeutung. In engen oder tiefen Feldern müssen sowohl die Sicht auf den beobachteten Bereich als auch der verbleibende Platz für Instrumente berücksichtigt werden. Ein größerer Einstellbereich allein entscheidet nicht über die Eignung für ein bestimmtes Verfahren. Die Parameter sind daher in Bezug auf die konkrete Konfiguration und Arbeitsweise zu beurteilen.

Positionierung und Gestaltung des Arbeitsplatzes

In der Praxis oder Ambulanz sind vor allem der verfügbare Platz und die Installationsart wichtig, im Operationssaal zusätzlich die Möglichkeit, den Beobachtungswinkel wiederholt zu ändern. Je nach Modell kann ein kompaktes Mikroskop ein fahrbares Bodenstativ, eine Wand- oder Deckenbefestigung oder eine in den Behandlungsplatz integrierte Lösung nutzen. Bei umfangreicheren Systemen können Bremsen, Mechanismen zum Ausbalancieren oder motorisierte Funktionen die Neupositionierung unterstützen. Ihr Vorhandensein und Funktionsumfang müssen jedoch für das konkrete Stativ und die jeweilige Konfiguration bestätigt werden.

Steuerung, Mitbeobachtung und Bildaufzeichnung

Die Bedienung des Mikroskops hängt von seiner Konstruktion und Konfiguration ab. Bei manuellen Modellen werden Vergrößerung und Schärfe von Hand eingestellt, während bei umfangreicheren Systemen ein Teil der Einstellungen über Antriebe verändert werden kann. Die Konfiguration kann außerdem einen optischen Beobachtungsstrahlengang für die Assistenz, eine Kamera, Bildaufzeichnung und Monitore umfassen. Der Lasereinsatz ist möglich, wenn Mikroskop, Laser, Mikromanipulator und optisches Zubehör miteinander kompatibel sind. Den Umfang der Kompatibilität legen die Gebrauchsanweisungen der einzelnen Komponenten fest.

Wie beeinflussen Arbeitsumgebung und Eingriffsart die Mikroskopkonfiguration?

Unterschiedliche Arbeitsumgebungen und Eingriffsarten sind mit unterschiedlichen Anforderungen an Optik, Positionierung, Stativ und Ausstattung verbunden. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Zusammenhänge.

ArbeitskontextKonstruktion und AusstattungBedeutung in der Praxis
Praxis — Diagnostik und kleinere EingriffeEinfache, kompakte Konstruktion mit manueller Positionierung und Vergrößerungseinstellung; je nach Modell fahrbares Bodenstativ oder feste BefestigungEin solches Mikroskop benötigt weniger Platz und bietet die grundlegenden Funktionen für Untersuchungen und kleinere ambulante Eingriffe.
Eingriffsraum oder Operationssaal — Otologie und ausgewählte Eingriffe an Nase und NebenhöhlenSystem mit einstellbarem Arbeitsabstand, geeigneter Beleuchtung und einem Bewegungsbereich, der eine Änderung der Beobachtungsachse ermöglichtDie Konfiguration ist auf die Arbeit in einem engen oder tiefen Feld sowie auf Positionsänderungen des Mikroskops in den aufeinanderfolgenden Phasen des Eingriffs ausgerichtet.
Kehlkopfmikrochirurgie einschließlich LaserverfahrenArbeitsraum, kompatibler Mikromanipulator und optisches Zubehör, das für das Lasersystem vorgesehen istDie Möglichkeit des Lasereinsatzes hängt von der Kompatibilität aller Komponenten der Gesamtkonfiguration ab.
OP-Bereich, der ein System in mehreren Fachgebieten nutztUmfangreiches Tragsystem und entsprechend konfigurierte Strahlengänge für Operateur, Assistenz und Bildaufzeichnung, wie sie bei multidisziplinären Operationsmikroskopen eingesetzt werdenDer Einsatz eines Systems in mehreren Fachgebieten hängt von Stativ, Beobachtungsstrahlengang und zusätzlicher Ausstattung ab.

Ausgewählte HNO-Mikroskopmodelle

Für HNO-Konfigurationen werden sowohl kompakte Mikroskope für die Praxis und den ambulanten Bereich als auch umfangreichere Operationssysteme verwendet. Die folgenden Beispiele umfassen sechs Modelle der Hersteller Carl Zeiss und Leica, die sich in Konstruktion, Positionierung und Konfigurationsmöglichkeiten unterscheiden.

  • ZEISS OPMI Sensera ist ein für HNO-Anwendungen entwickeltes System. Das Varioskop ermöglicht die Einstellung des Arbeitsabstands im Bereich von 200–415 mm; das motorisierte Zoomsystem hat ein Zoomverhältnis von 1:6. Je nach Konfiguration kann das System SpeedFokus, ein Videosystem und Ausstattung für den Lasereinsatz umfassen.
  • Leica M320 ist ein kompaktes Mikroskop, das unter anderem für HNO-Anwendungen vorgesehen ist. Es verfügt über einen manuellen fünfstufigen Vergrößerungswechsler und LED-Beleuchtung. In der Praxis wird diese einfache Konstruktion für die Diagnostik und kleinere ambulante Eingriffe eingesetzt. Kamera und Funktionen zur Bildaufzeichnung sind in ausgewählten Varianten und Generationen vorhanden.
  • ZEISS OPMI Pico ist ein kompaktes Mikroskop für die HNO. Es verfügt über einen manuellen fünfstufigen Vergrößerungswechsler. Je nach Konfiguration kann es mit einem Festbrennweitenobjektiv oder einem Varioskop 100 mit einem Arbeitsabstandsbereich von 200–300 mm ausgestattet sein. Der optionale Endoport ermöglicht die Verbindung des Mikroskops mit einer externen Endoskopkamera.
  • ZEISS OPMI Vario ist ein fachübergreifendes Operationssystem mit dokumentierten HNO-Anwendungen. Das motorisierte Varioskop ermöglicht die Einstellung des Arbeitsabstands im Bereich von 200–415 mm. Beleuchtungs- und Stativtyp sowie die Ausstattung für Mitbeobachtung, XY-Positionierung und Bildaufzeichnung hängen von der Systemkonfiguration ab.
  • Leica M525 ist ein in der HNO eingesetztes Operationsmikroskop, das mit unterschiedlichen Tragsystemen kombiniert werden kann. Es verfügt über eine motorisierte Vergrößerungs- und Schärfeeinstellung sowie einen Arbeitsabstandsbereich von 207–470 mm. Positionierung und Ausstattungsumfang hängen vom verwendeten Stativ und der Gesamtkonfiguration ab.
  • Leica M520 — eine entsprechend ausgestattete Konfiguration kann auch in der HNO eingesetzt werden. Das Modell bietet eine motorisierte Einstellung von Vergrößerung und Arbeitsabstand; der Arbeitsabstand liegt im Bereich von 207–470 mm. Positionierung, Beleuchtung und die Ausstattung des Beobachtungsstrahlengangs für die Assistenz hängen vom verwendeten Tragsystem und der Gesamtkonfiguration ab.

Was beeinflusst den Preis eines HNO-Mikroskops?

Den Preis eines HNO-Mikroskops bestimmen vor allem Modell und Gerätegeneration, Stativtyp, optische Konfiguration, Lichtquelle sowie Ausstattung für Mitbeobachtung und Bildaufzeichnung. Auch Kamera, Monitor, Bildaufzeichnungssystem, Ausstattung für den Lasereinsatz und weiteres Zubehör spielen eine Rolle. Zwei Geräte derselben Familie können unterschiedliche Preise haben, wenn sie sich in Stativ oder Ausstattung unterscheiden. Der Preis eines konkreten Mikroskops wird auf Anfrage mitgeteilt.

Generalüberholte HNO-Mikroskope bei Medical Elektro

Bei einem gebrauchten HNO-Mikroskop sind der Zustand von Optik und Beleuchtung, die gleichmäßige Positionierung, die Funktion von Bremsen oder Mechanismen zum Ausbalancieren sowie die Vollständigkeit des Beobachtungsstrahlengangs und des Zubehörs von Bedeutung. Bei Systemen für den Lasereinsatz wird die Kompatibilität von Mikroskop, Laser, Mikromanipulator und optischem Zubehör gesondert beurteilt.

Bei Medical Elektro bieten wir generalüberholte Mikroskope für HNO-Anwendungen an. Der Arbeitsumfang richtet sich nach Zustand und Konfiguration des jeweiligen Geräts. Zu jedem Gerät gehören individuelle Fotos und eine technische Beschreibung seiner tatsächlichen Konfiguration einschließlich Mikroskopkopfmodell, Stativ und Ausstattung. Die einzelnen Schritte der Gerätevorbereitung erläutern wir auf der Seite zum Generalüberholungsprozess für Operationsmikroskope. Jedes von uns angebotene Mikroskop ist mit einer 12-monatigen Garantie versehen.

Verfügbarkeit und Konfigurationen von HNO-Mikroskopen

Die Produktliste auf dieser Seite zeigt konkrete Geräte mit ihren tatsächlichen Konfigurationen. Angaben zur Arbeitsumgebung, zu den Gruppen der durchgeführten Eingriffe, zur Installationsart und zu den Anforderungen an Mitbeobachtung und Bildaufzeichnung ermöglichen es Medical Elektro, passende Modelle und Ausstattung zu benennen. Auf Anfrage prüfen wir auch die Verfügbarkeit von Modellen, die derzeit nicht auf der Liste stehen.

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